Die Absätze der verschiedenen Glasverpackungssegmente verhalten sich in Deutschland derzeit unterschiedlich. So ist der Absatz bei Bierflaschen in den ersten beiden Quartalen kumuliert immer noch leicht rückläufig, zog jedoch in den letzten Wochen – unter anderem beeinflusst durch die gute Witterung sowie die Fußball-Weltmeisterschaft – wieder an. Im Weinsegment kann im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche Markterholung beobachtet werden.
In Osteuropa entwickelt sich die Lage im übrigen wie folgt: Die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise sind in Russland auch weiterhin deutlich spürbar. Der Umsatz ging um insgesamt 10,9% auf 36,9 Mio. EUR zurück. Vor allem der Markt für alkoholische Getränke war rückläufig, was auf staatliche Anti-Alkohol-Programme sowie administrative Engpässe in der Steuerverwaltung zurückzuführen ist.
Im Segment für Konservengläser herrschen derzeit aufgrund von Bevorratung seitens des Kunden sowie Erweiterungsinvestitionen der Wettbewerber Überkapazitäten. Strukturell bleibt Südrussland jedoch ein Markt mit wachsendem Potenzial. Obwohl auch die Ukraine weiterhin unter den Folgen der Krise leidet, konnte im ersten Halbjahr 2010 zumindest eine Stabilisierung verschiedener makroökonomischer Indikatoren festgestellt werden. Trotzdem bleibt die Gesamtsituation äußerst schwierig, insbesondere da für die Industrie eine Fremdfinanzierung durch Bankkredite immer noch nur zu hohen Zinssätzen möglich ist. Auch bei sich erholenden Spirituosen-, Konserven- und Biermärkten besteht innerhalb der Behälterglasindustrie mit ihren langfristigen Investitionen daher weiterhin ein hoher Bedarf an Liquidität. Der Umsatz reduzierte sich hier von 18,7 Mio. Euro auf 13,9 Mio. Euro, was 25,7 % entspricht.
Das Operative Ergebnis des Oberland Konzerns verringerte sich um 45,6% von 31,9 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2009 auf 17,4 Mio. Euro im Berichtshalbjahr. Zurückzuführen ist dies in Deutschland in erster Linie auf die limitierte Kapazität – aufgrund von zwei Wannenreparaturen – in den ersten Monaten des Berichtsjahres. In Osteuropa ist hierfür der aufgrund der generell schwierigen Wirtschaftslage und Marktverhältnisse niedrigere Umsatz ursächlich, außerdem sind die sonstigen Erträge und Aufwendungen besonders belastet durch Sonderabschreibungen auf nicht mehr eingesetzte Vermögenswerte in der Ukraine.
Das Gesamtergebnis erhöhte sich jedoch deutlich von 17,5 Mio. Euro auf 32,0 Mio. Euro. Darin enthalten ist der positive Effekt aus Währungsumrechnungs-differenzen.
Insgesamt sieht die Saint-Gobain Oberland AG in den Ertragskennzahlen, die fast alle unter Vorjahresniveau liegen, im Wesentlichen einen perioden-spezifischen Effekt. Dieser wird auf die Wannenreparaturen sowie die allgemein schwierige wirtschaftliche Lage zurückgeführt. Vor dem Hintergrund der abgeschlossenen Investitionen, geht die Saint-Gobain Oberland AG davon aus, dass sie nun gut positioniert ist, um von der bereits spürbaren Konjunktur-aufhellung zu profitieren und somit im zweiten Halbjahr 2010 ein Ergebnis zu erzielen, das den bisherigen Prognosen entspricht.
In Deutschland wird vor allem im Bereich Flaschen mit einer Erholung der Absatzmenge gerechnet. Weiterhin herrschende Überkapazitäten auf dem Behälterglasmarkt führen jedoch im Vergleich zum Vorjahr zu einem nach wie vor niedrigeren Preisniveau in Verbindung mit gesteigerten Kundenan-forderungen an Qualität und Flexibilität. Die Saint-Gobain Oberland AG hat ihre Ausrichtung auf nachhaltige Ertragssicherung und qualitativ hochwertige Produkte auch in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres aufrecht erhalten und sieht sich in der Fokussierung auf die Qualität im Ergebnis bestätigt.
Für Russland geht Saint-Gobain Oberland ebenfalls von einem deutlich bessern zweiten Halbjahr aus, insbesondere da seit diesem Jahr auch multinationale Lebensmittelhersteller beliefert werden. In der Ukraine sollten sich die Absatzmengen im zweiten Halbjahr deutlich erhöhen, allerdings ist ein Anstieg des Preisniveaus kurzfristig nur bedingt wahrscheinlich. Als Konsequenz erwarten wir auch für den Konzern eine Verbesserung der Situation im Jahresverlauf.