06.08.2009

Umsatz und Ergebnis unter Vorjahresniveau

Zwischenbericht der Saint-Gobain Oberland AG: Bier- und Weinmarkt unter Druck

Bad Wurzach, 6. August 2009 – Saint-Gobain Oberland hat den Konzernumsatz mit einem Rückgang um 0,4 Prozent von 260,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2008 auf 259,6 Mio. Euro in diesem Jahr nahezu gehalten. Dies geht aus dem Zwischenbericht hervor, den der Konzern zum 6. August 2009 vorgelegt hat. In Deutschland sank der Gesamtumsatz bei Flaschen wie bei Gläsern, insgesamt jedoch von 213,2 Mio. Euro um 6,5 Prozent auf 199,5 Mio. Euro. Der Export lag hingegen leicht über Vorjahresniveau. In Russland erhöhte sich der Umsatz konsolidierungsbedingt. Generell sind die Marktverhältnisse in Osteuropa derzeit schwierig. Saint-Gobain Oberland rechnet im Jahresverlauf mit insgesamt zufriedenstellenden Umsätzen und Ergebnissen bei verbesserter Bilanzsituation und wird seine Lagerbestände sehr konservativ steuern.

Die generelle Konjunktursituation hat zwar keine eindeutig feststellbaren Auswirkungen auf den Verbrauch von Glasverpackungen, heißt es im Zwischenbericht über das erste Halbjahr 2009. Dennoch sind die Absätze mehrerer Glasverpackungssegmente unter Druck geraten. So litt der Absatz bei Bierflaschen im ersten Quartal unter dem starken Einbruch der Zielmärkte wie USA, im zweiten Quartal unter den Wettereinflüssen in Deutschland. Hinzu kam, dass der Trend zur Individualverpackungen durch Investitionsstopps seitens der Brauereien abrupt zu Ende ging. Beim Wein wurden Überbestände seitens der Abfüller abgebaut, was zu einem Absatzrückgang im zweistelligen Prozentbereich führte.

Das operative Ergebnis des Saint-Gobain-Oberland-Konzerns ohne sonstige Erträge und Aufwendungen verringerte sich um 3,7 Prozent von 36,1 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2008 auf 34,8 Mio. Euro im Berichtszeitraum. Das Konzernergebnis nach Steuern entwickelte sich im Gleichklang mit dem operativen Ergebnis von 9,7 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 8,0 Prozent in diesem Jahr. Das Gesamtergebnis verringerte sich von 26,8 Mio. Euro auf 17,5 Mio. Euro. Neben dem geringeren Ergebnis nach Steuern ist dies vor allem durch den Kursverfall der Währungen in Russland und der Ukraine verursacht.

In Osteuropa entwickelt sich die Lage im übrigen wie folgt: Der Umsatz in Russland erhöhte sich lediglich durch die Erstkonsolidierung des Werks Kamyshin zum 30. 6. 2008 um 68,3 Prozent, von 24,6 Mio. Euro auf 41,4 Mio. Euro. Ohne die Veränderung des Konsolidierungskreises hätte sich ein Rückgang von 11,7 Prozent ergeben. Russland ist von der Wirtschaftskrise stark betroffen, vor allem durch Liquiditätsprobleme bei den Glasverpackungsabnehmern. Strukturell bleibt Südrussland ein Markt mit wachsendem Potenzial. In der Ukraine fiel der Außenabsatz um 18,0 Prozent, von 22,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2008 auf 18,7 Euro in diesem Jahr. Auch hier ist die Wirtschaftskrise mit noch weitaus stärkeren Liquiditätsproblemen Ursache für die Schwierigkeiten.

Insgesamt sieht sich die Saint-Gobain Oberland AG trotz Konsumrückgangs in Folge der Konjunkturabkühlung gut aufgestellt, heißt es in einer Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage im Zwischenbericht. In Deutschland dürften sich die Bestandsanpassungen im Weinsegment und die negativen Witterungseinflüsse auf den Bierabsatz in den nächsten Monaten weniger stark auswirken als im bisherigen Jahresverlauf. Dennoch wir die Strategie eines konservativen Bestandsmanagements aktiv fortgesetzt. Für Deutschland wird damit gerechnet, dass sich das Gesamtjahr 2009 nicht weit entfernt von den Größenordnungen der jüngeren Vergangenheit einreihen kann.

Für Russland geht Saint-Gobain Oberland von einem besseren zweiten Halbjahr aus, da sich der Mengeneinbruch des ersten Halbjahrs nicht fortsetzen dürfte und die solide Ergebnisbasis erhalten bleibt. In der Ukraine sollen die Absatzmengen auf hohem Niveau stabilisiert und dezidierte Kostensenkungsmaßnahmen durchgeführt werden. kompensiert werden. Im Wesentlichen rechnet der Konzern mit einer unveränderten Situation gegenüber dem bisherigen Jahresverlauf.

Allgemein dürften sich Umsatz- und Absatzsituation global im zweiten Halbjahr in etwa so fortsetzen wie bisher. Allerdings erwartet Saint-Gobain Oberland eine deutliche Verbesserung der Bilanzsituation mit einer Erhöhung der flüssigen Mittel, insbesondere durch Bestandsabbau in Osteuropa.


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