Trotz verbesserter Absatzlage liegen die meisten wichtigen Ergebnis- und Ertragskennzahlen nach Bereinigung von Sondereinflüssen unter Vorjahresniveau. Ursächlich hierfür sind hauptsächlich die stark gestiegenen Energiekosten. Insgesamt wird mit einer Verbesserung des Konzernergebnisses im restlichen Geschäftsjahr im Vergleich zum ersten Halbjahr gerechnet. Für das Gesamtjahr 2011 gehen wir beim Umsatz im Vergleich zu 2010, wie bereits im Jahresausblick im Geschäftsbericht dargestellt, weiterhin von einer Verbesserung im unteren zweistelligen Bereich aus. Aufgrund der nach wie vor steigenden Energiepreise könnte beim Ergebnis das Vorjahresniveau allerdings gegebenenfalls nicht ganz erreicht werden.
Die Absätze der verschiedenen Glasverpackungssegmente entwickeln sich in Deutschland in einem insgesamt steigenden Markt dennoch unterschiedlich. Der Absatz bei Bierflaschen führte in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres durch die relativ früh einsetzende Saisonalität zu einem merklichen Absatzwachstum im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010. Im Wein- und Sektbereich zeigt sich verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum eine spürbare Marktbelebung, die vor allem durch das Wachstum im höheren einstelligen Bereich bei Sekt gekennzeichnet ist. Dagegen ist das Absatzwachstum von Konserven- und Verpackungsgläsern für Lebensmittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum tendenziell kleiner als bei den Getränkeflaschen ausgefallen.
Obwohl sich die wirtschaftliche Konjunktur in Russland und der Ukraine verbessert, leiden beide Länder unter den Einflüssen einer steigenden Inflation. Der Behälterglasmarkt in ganz Russland ist aktuell geprägt durch Maßnahmen seitens der staatlichen Behörden. Diese überprüfen gegenwärtig alle Füll-Lizenzen der Industrie für alkoholhaltige Getränke, was teilweise zu Linienstillständen bei unseren Kunden führt und den Markt unstabil macht. In der Ukraine sind die Auswirkungen der Inflation auf die Industrie noch nicht gänzlich abzusehen. Vor allem die Exportwirtschaft wird voraussichtlich unter den starken Ölpreiserhöhungen leiden. Die Bedingungen auf dem ukrainischen Verpackungsglasmarkt bleiben weiterhin schwierig. Sie werden hauptsächlich durch einen Rückgang bei der Spirituosenproduktion beeinflusst.
Das Operative Ergebnis des Oberland Konzerns stieg von 17,4 Mio. Euro um 7,0% auf 18,6 Mio. Euro im Berichtshalbjahr. Bereinigt um Sondereinflüsse wäre das Operative Ergebnis im Berichtszeitraum um 3,9 Mio. niedriger als im ersten Halbjahr 2010. Ursächlich hierfür waren in erster Linie die deutlich gestiegenen Energie- und Rohstoffkosten, welche durch die höheren Umsatzerlöse nicht ausgeglichen werden konnten.
Das Gesamtergebnis fiel deutlich um 78,9% von 32,0 Mio. Euro auf 6,7 Mio. Euro. Darin enthalten ist im Vorjahr der positive Effekt aus Währungsumrechnungs-differenzen in Höhe von 23,6 Mio. Euro, während sich diese Position im Berichtsjahr mit -2,3 Mio. Euro leicht negativ darstellt.
Die Saint-Gobain Oberland AG hat ihre Ausrichtung auf nachhaltige Ertragssicherung und qualitativ hochwertige Produkte auch in den ersten sechs Monaten des Berichtsjahres aufrecht erhalten und sieht sich in der Fokussierung auf die Qualität im Ergebnis bestätigt.
Insgesamt erwarten wir daher als Konsequenz für den Konzern eine Verbesserung der Situation im Jahresverlauf.